6. Verhandlungstag: „Eine gesunde rechte Einstellung“

Am sechsten Prozesstag in der Hauptverhandlung gegen den Angeklagten Stephan Kronbügel ist zunächst der Bürgernahe Beamte aus Harburg geladen, der Kronbügel festnahm. Dieser sagt aus, er habe die Bilder der Überwachungskamera in seinem E-Mail Posteingang gehabt, habe Kronbügel erkannt und habe ihn daraufhin in Harburg am Einkaufsmarkt angetroffen. Zu einer rechten Einstellung Kronbügels könne er nichts sagen. Ebenfalls aus Harburg kommt der Zeuge E., ein Bekannter Kronbügels. Er beschreibt Kronbügels Verhalten, auch unter Alkohol, als „normal“. Nach längerem Nachfragen spricht er von einer „gesunden rechten Einstellung“, die er mit dem Angeklagten teile. Ihm passe die „Bevölkerungsstruktur“ Harburgs nicht. Als nächste Zeugin ist eine Freundin der ehemaligen Partnerin Kronbügels Sissy B., N. S. geladen. B. hatte im Prozess angeben, ihr von der Drohung Kronbügels, er werde eine „Bombe platzen lassen“ erzählt zu haben. Die Zeugin S. bestätigt dies. B. habe ihr das sowohl im Sommer 2017 als auch nach dem Anschlag erzählt. Als letzte Zeugin des Tages ist die mit der Familie B. betraute Mitarbeiterin des Jugendamts, I., geladen. Auch hier hatte B. angegeben, sie habe ihr von der Drohung Kronbügels berichtet. Die Zeugin bestätigt dies für ein Telefonat im Januar 2018. B. habe gesagt, Kronbügel habe etwas angedroht und dies auch durchgeführt. Ihrer Erinnerung sei es um ein „Bahnwärterhäuschen“ gegangen.

Zeug*innen:

S. W. (‚Bürgernaher Beamter‘ aus Harburg, er erkannte Kronbügel auf Bildern und nahm ihn am 18.12.2017 fest)

K. E. (Bekannter des Angeklagten aus Harburg)

N. S. (eine Freundin der ehemaligen Partnerin Kronbügels, Sissy B.)

N. I. (Mitarbeiterin des Jugendamts)

Der Prozess beginnt mit dem Zeugen S.W. Er ist der ‚Bürgernahe Beamte‘ in Harburg, der den Angeklagten Kronbügel am 18.12. festnahm. Richterin Wende-Spors sagt, er solle dazu berichten. W.: „Entspannt.“ Er habe Kronbügel vor dem Einkaufsmarkt in Harburg angetroffen. Er habe Kronbügel zur Seite gebeten und ihm Bilder der Überwachungskameras vom Tag des Anschlags am S-Bahnhof Veddel gezeigt, auf denen er zu sehen war. Kronbügel habe ihn freiwillig zur Wache begleitet, „ganz entspannt“. Nach Rücksprache mit der Kripo hab W. die Festnahme gemacht. Auf Nachfragen sagt er, der Einkaufsmarkt sei ein möglicher Treffpunkt der sogenannten „Trinkerszene“, er erinnere sich nicht, ob weitere Leute da gewesen seien, halte es aber für wahrscheinlich. Die Richterin fragt, in welchem Zustand Kronbügel gewesen sei, sie fragt nach Alkohol oder Drogen. W: „Für mich nicht zu merken.“ 

Wende-Spors fragt nach Gegenständen, die Kronbügel dabei hatte. Der Zeuge sagt, Kronbügel habe einen Rucksack mit sich geführt, den hätten sie durchsucht, er könne sich aber nicht an etwas Auffälliges erinnern. Die Richterin fragt nach den Bildern. W. sagt, die habe er zu Dienstbeginn in seinem E-Mail Posteingang gehabt und sei im Anschluss damit auf Streife gegangen. Auf Nachfrage nach dem Verhalten Kronbügels sagt W., er habe ihm die Bilder gezeigt und ihm gesagt, diese Person würde gesucht. Er wisse nicht, was Kronbügel darauf geantwortet habe. Vor Ort sei es nicht um einen Tatvorwurf gegangen. Wende-Spors fragt nach spontanen Angaben Kronbügels. W. sagt, Kronbügel habe angegeben, er sei am Bahnhof Veddel gewesen, habe einen Knall gehört, aber er habe damit nichts zu tun. Auf der Wache habe es keine Vorkommnisse gegeben, alles sei „normal, entspannt“ gewesen. Nach der Festnahme mit dem damals bekannten Tatvorwurf ‚Knall/Sprengstoffexplosion Veddel‘ habe Kronbügel nichts mehr gesagt. Die Richterin hält offenbar aus einem Polizeiprotokoll vor, Kronbügel sei mit der Festnahme nicht einverstanden gewesen, habe es aber über sich ergehen lassen: „Was heißt das?“ Der Zeuge sagt, letztlich sei Kronbügel kooperativ gewesen, habe es aber geäußert. Danach habe er mit Kronbügel nichts mehr zu tun gehabt. 

Wende-Spors: „Die Harburger Trinkerszene ist ihnen bekannt?“ W. bestätigt dies, er sei als ‚Bürgernaher Beamter‘ den ganzen Tag in Harburg zu Fuß unterwegs, da habe er mit der „in Anführungszeichen ‚Trinkerszene‘“ an verschiedenen Orten zu tun. Die Richterin fragt weiter, ob Kronbügel ihm bekannt war. Auch das bejaht der Zeuge, er habe ihn gelegentlich gesehen, in Gruppierungen von Leuten, aber nicht regelmäßig, etwa alle zwei Wochen. Wende-Spors fragt, ob dem Zeugen die politischen Einstellungen der Personen bekannt seien. W.: „Nein, das sind aber nicht Dinge, die wir draußen besprechen.“ Auf Nachfrage sagt er, er habe „in diese Richtung“, Parolen etc. nichts wahrgenommen. 

Wende-Spors fragt nach dem Verhalten Kronbügels in dieser Gruppe. W. sagt, er halte sich auf in der Gruppe, aber spreche nicht viel. Er, W., habe ihn mal angesprochen, warum er so grimmig gucke, um ins Gespräch zu kommen, er wisse aber nicht mehr, wie Kronbügel reagiert habe, es sei unauffällig gewesen. Die Richterin fragt, ob in der Gruppe Böller gezündet oder angeboten worden. Der Zeuge sagt, in Uniform habe er es nicht wahrnehmen können, es sei ihm aber auch nicht bekannt. La Bomba kenne er nicht, sagt W. auf Nachfrage. Den Zeugen G. kenne er allerdings. Er sei losgelaufen, um Personen zu finden, die Kronbügel kennen, u.a. G.. Er, W., habe dann Kontakt zur Kripo hergestellt, G. habe sich gewünscht, dass er, W., bei der polizeilichen Befragung anwesend ist, aber er habe die Vernehmung nicht selbst geführt. G. habe gesagt, „in Richtung rechts“ könne er nichts sagen, „im Gegenteil“, Kronbügel habe eine Freundin/Bekannte aus dem Ausland gehabt. Die Richterin hält aus dem Protokoll der Vernehmung vor, G. habe ungefragt erklärt, Kronbügel hätte keine rechte Einstellung, das könne er bezeugen. W. bestätigt den Vorhalt. 

Die Richterin fragt nun, was und wann in der ‚Trinkerszene‘ konsumiert worden sei. W. gibt an, es seien Treffen ab morgens um sieben, da mache der Markt auf. Die Gruppe trinke überwiegend Bier, den ganzen Tag, in wechselnder Besetzung. Auf Kronbügels Wohnort angesprochen sagt W., bei der Festnahme habe zwar auf dem Personalausweis seiner Erinnerung nach Trittau gestanden habe, aber Kronbügel habe gesagt, „mal hier mal da“. Das sei für ihn, W., normal. 

Nun fragt RA Mosenheuer, der Verteidiger Kronbügels, wie Kronbügel auf ihn gewirkt habe, wenn er ihn vor Dezember 2017 in Harburg gesehen habe. W.: „Ich hatte nicht das Gefühl, dass er alkoholisiert war, da gibt es ganz andere.“ Er könne nicht sagen, dass er ihn jemals mit Bier gesehen habe. Nachdem der Zeuge entlassen ist sagt RA Mosenheuer, er wolle kurz mit seinem Mandanten reden, dies tun sie dann auch im Saal.

Es folgt der Zeuge K. E. Er trägt ein schwarzes Poloshirt mit weiß-schwarz-rotem Kragen, auf seinen Armen sind Tattoos zu sehen. Die Richterin fragt, ob er Kronbügel kenne. E. bejaht, er kenne ihn aus der Haft und von draußen. Der Zeuge fragt dann etwas ungehalten: “Worum geht es hier überhaupt?“ Die Richterin entgegnet, es gehe um Kronbügel: „Und die Fragen stelle ich.“ 

Sie fragt weiter, wann sie sich kennengelernt hätten. E. gibt an, das erste Mal hätten sie sich 1996 in Haft kennengelernt, hätten dort zwei bis vier gemeinsam Wochen verbracht und sich dann in Harburg zufällig wieder getroffen. Das sei Ende 2013 oder 2014 gewesen. Die Richterin fragt, wo genau sie sich getroffen hätten. E.: „Harburg, tut nichts zur Sache.“ Wende-Spors weist E. erneut darauf hin, dass er wahrheitsgemäß und vollständig aussagen müsse. E. nennt eine Straße in Harburg und führt aus, dies sei eine „Einrichtung zum Trinken“ gewesen, dort seien sie öfter gewesen. Wende-Spors: „War doch ganz leicht.“ Sie fragt dann weiter, wie sich die Freundschaft entwickelt habe. E.: „Was heißt Freundschaft?“ Man habe getrunken, was miteinander unternommen, in der Kneipe und zu Hause, „das war‘s“. Auf Nachfrage sagt der Zeuge, das sei mal mehrfach, mal einmal die Woche gewesen, sie hätten sich in der Einrichtung getroffen. Zuletzt hätte er den Angeklagten im letzten Jahr aus dem Vorbeifahren im Bus gesehen, ansonsten sei der letzte Kontakt zwei Jahre her. 

Die Richterin fragt, woran das gelegen habe. E. sagt, die Einrichtung habe vor vier Jahren dichtgemacht, dann habe es eine neue Einrichtung gegeben, da habe Kronbügel dann Hausverbot bekommen. Im Anschluss hätten sie sich nicht mehr gesehen. Die Richterin fragt nach dem Grund des Hausverbots. E.: „Weiß ich nicht, interessiert mich auch nicht.“ Wende- Spors wendet sich nun dem Trinkverhalten Kronbügels zu. E. sagt, es sei „alles ganz normal“ gewesen, mal laut mal leise, Kronbügel habe Bier getrunken, keine harten Sachen. Er könne nichts zu den Mengen sagen. Er wisse nicht, ob das morgens schon der Fall gewesen sei. Es habe keinen Stress gegeben, keine Streitigkeiten, wenn dann sei gesagt worden, sei ruhig. Die Richterin fragt nach tätlichen Auseinandersetzungen. E.: „Nein. Hören tut man viel.“ Die Richterin hakt nach. E. sagt, er habe gehört, Kronbügel habe Stress auf dem Rathausmarkt gemacht aber er wisse nicht, was genau. Wende-Spors fragt, ob Kronbügel bei E. übernachtet habe. Dieser bejaht das: „oft genug“. Er, E., habe bei seiner Freundin gewohnt, Kronbügel habe in der leeren Wohnung schlafen können, das sei 2014 bis 2016 gewesen. Auf Nachfrage sagt E. Kronbügel habe zwischendurch mal eine kleine Beziehung gehabt, auch aus Harburg.

Die Richterin fragt nun nach der politischen Einstellung Kronbügels. E. sagt, dazu könne er nichts zu sagen, er kenne sie von früher, aber jetzt habe er keine Ahnung. Wende-Spors fragt, was E. von früher wisse. Der Zeuge sagt, er habe davon gelesen, dass Kronbügel verurteilt worden sei: „das mit dem Kapitän.“ E. fügt hinzu: „Wenn wir zusammen waren, ist nichts Rassistisches gefallen.“ Auf Nachfragen sagt E. er habe Kronbügel nie auf Gustav Schneeclaus angesprochen, er habe es jetzt nochmal im Internet gelesen weil er wissen wollte, wie der Prozess jetzt weitergeht. Im Gefängnis hätten sie nicht über die Tat gesprochen, er habe diesbezüglich keine Gespräche mehr im Kopf. Als sie sich in Harburg wieder getroffen hätten, sei „über nichts mehr“ geredet worden, auch über dieses Thema nicht, sondern über „Gott und die Welt“. Die Richterin fragt, was Kronbügel zur ‚Bevölkerungsstruktur‘ in Harburg sage. E.: „Da sagen wir alle was zu, das passt mir auch nicht.“ Er sei kein Rechtsradikaler, auch wenn er eine Glatze habe: „Ich habe eine gesunde rechte Einstellung.“ Ihn kotze das auch an, da würden alle drüber reden, aber es würden keine Parolen gerufen und es würde niemand beschimpft. Das sei seit Jahren so, auch ohne Kronbügel, es gäbe Auseinandersetzungen mit „ausländischen Mitbürgern“ [hönischer Unterton], das sei ja klar. Die Richterin fragt, ob die Auseinandersetzungen auch Kronbügel beträfen. E. sagt, das habe er nicht mitbekommen. Wende-Spors fragt, ob mal gesprochen wurde, dass „was gemacht“ werden müsste? E. verneint. Auf Nachfragen sagt der Zeuge, in seiner Gegenwart habe Kronbügel keinen Hitlergruß gezeigt. Die Fragen nach Waffen und Böllern verneint er.

Nun folgt die Zeugin N. S. aus Trittau. Die Richterin sagt, sie solle berichten. S. beginnt, sie kenne Kronbügel seit dreizehn Jahren, von ihrer Freundin Sissy B. [ehemalige Partnerin Kronbügels, siehe 2. Verhandlungstag], sie habe ihn nur über B. kennengelernt. Sie habe ihn alle zwei bis drei Wochen bei B. gesehen. Er sei distanziert, manchmal aufgebracht, eher eigenbrötlerisch gewesen. Unter Alkoholeinfluss, und meist sei er betrunken gewesen, sei er redselig gewesen, habe viel zitiert: „nicht ganz das, was meinem Freundeskreis entspricht“. Er habe Bier, aber auch Wodka getrunken. Die Richterin fragt, was Kronbügel zitiert habe. S.: „Sachen aus Hitlerzeiten.“ Auf Nachfragen sagt sie, das sei nicht aus einem Buch, sondern frei aus dem Kopf gewesen. Inhaltlich könne sie nicht sagen, worum es gegangen sei, es sei gewaltverherrlichend gewesen. Die Richterin fragt, ob Kronbügel das das gut gefunden habe. S. bejaht das, das sei eine bessere Zeit gewesen, er habe gesagt, man müsse an die Front. Ob er über Konzentrationslager gesprochen habe, wisse sie nicht mehr. Sie habe keine Ahnung, weshalb Kronbügel finde, die sei eine bessere Zeit gewesen. Wende-Spors fragt, ob sie ihn mal darauf angesprochen habe. S.: „Was soll ich dazu sagen? Das entspricht nicht meinem Freundeskreis, was soll ich ihn belehren? So, wie er von sich selbst überzeugt war.“ 

Auf Nachfrage nach Parolen und dem Hitlergruß sagt die Zeugin, einmal, da sei Kronbügel sehr auf Alkohol gewesen, da habe er den rechten Arm gehoben, das sei schon lange her. Die Richterin fragt, ob sie von B. Dinge über Kronbügel gehört habe. S. bejaht das, wenn was gewesen sei, da habe B. das erzählt, beispielsweise wenn er bei ihr gewesen sei. Das letzte was sie gehört habe, sei, dass er die Kinder habe sehen wollen, weil er sie hätte haben wollte, B. habe nein gesagt. Kronbügel habe gesagt, die Kinder müssten an der Waffe ausgebildet werden, als Vorbereitung „für den großen Krieg“. Kronbügel habe gesagt, das könne B. nicht leisten, es ginge um das Land. Kronbügel habe seinem Sohn Waffen zum Geburtstag geschenkt, da sei dieser acht bis zehn Jahre alt gewesen. 

B. habe ihm verweigert, die Kinder zu sehen, da habe Kronbügel gesagt, er werde die Bombe platzen lassen, das habe B. ihr erzählt. Wende-Spors hakt nach, ob B. Näheres gesagt habe. S.: „Nein, man denkt ja dann in dem Moment nicht an sowas.“ B. habe ihr das im letzten Jahr erzählt. B. habe ihr nicht gesagt, wann sie Kronbügel das letzte Mal gesehen habe. Die Richterin fragt, ob B. etwas unternehmen wollte. S. bejaht das, damals, als Kronbügel B. gegenüber gewalttätig gewesen sei, da habe B. etwas unternommen. Auf Nachfrage nach sonstiger Gewalt sagt S., sie habe von Gewalt Kronbügels gegenüber anderen Personen, u.a. einem Rollstuhlfahrer gehört. Ihr, S., gegenüber sei er nicht gewalttätig gewesen. Die Richterin fragt, wo Kronbügel gewohnt habe. S.: „Auf der Straße. Keine Ahnung, mal hier, mal da.“ Sie habe gesehen, wie er auf einer Parkbank nächtigte, Kronbügel habe sich um nichts gekümmert. Sie, S., habe ihn darauf angesprochen, ob er sich nicht eine Arbeit suchen wolle. Aber er habe nicht gewollt, Kronbügel habe gesagt, es gebe genug doofe Menschen, die arbeiten gingen.

Die beisitzende Richterin fragt, ob, als der Anschlag in der Zeitung gestanden habe, S. dann nochmal mit B. darüber gesprochen habe. S.: „Ja, dasselbe wie zuvor.“ Dass er vor Ort [in Trittau] gewesen sei, sie ihm den Umgang mit den Kindern verweigert habe, er gesagt habe, er lasse die Bombe platzen, B. habe nicht nochmal mehr erzählt. Auf Nachfrage sagt sie, B. habe die Hitlerzitate ignoriert, die Kinder seien da auch dabei gewesen. 

Nun fragt die Staatsanwältin, ob Kronbügel bei den Zitaten aus ‚Hitlerzeiten‘, auch etwas über Juden gesagt hätte. S. bejaht, er habe gesagt, dass es richtig gewesen sei, „was Hitler damals getan hat“. Die Staatsanwältin fragt weiter, ob Kronbügel etwas zur jetzigen politischen Situation gesagt habe. S. bejaht, das sei auch der Fall gewesen, „dabei hatte er aus ausländische Freunde, Russen, Polen, mit denen er getrunken hat“. Ausländer seien nicht seine Leute, die können dahingehen, „wo der Pfeffer wächst“. Die Staatsanwältin fragt, ob Kronbügel gesagt, habe dass „man mal was machen muss.“ S. bejaht, sie wisse aber nichts Genaues. Sie Staatsanwältin fragt, ob sie B. mal gefragt habe, warum sie mit Kronbügel zusammen gewesen sei. S. sagt, richtig zusammen seien sie nicht gewesen, das sei aber natürlich Gesprächsthema gewesen, das könne sie, S., nicht verstehen. Aber B. habe gesagt, das sei ihr Leben, ihr Gefühl, dann habe sie, S., sich rausgehalten. Sie sei dann nicht mehr hingegangen, wenn Kronbügel da gewesen sei. Die Staatsanwältin fragt, ob B. rechts oder in der rechten Szene sei. S. sagt, sie habe so „eine gesunde Einstellung“, habe aber ausländische Freunde, B. sei nicht, wie Kronbügel, gewaltverherrlichend. Staatsanwältin: „Was verstehen sie unter rechter Szene?“ S. sagt, diese sei breit gefächert, einer sage, er möge keine Ausländer, „dann ist der gleich rechts“, andere seien extremer, aktiver. 

Nun fragt RA Mosenheuer, bis wann Kronbügel regelmäßig bei B. gewesen sei. S. sagt, bis vor fünf Jahren, jedes zweite bis dritte Wochenende. Er fragt, ob Kronbügel und B. „eine richtige Beziehung“ gehabt hätte. S. verneint, das sei eine rein sexuelle Beziehung gewesen, weil B. unbedingt mit dem Mann habe Kinder haben wollen, das seien Wunschkinder gewesen. 

RA Mosenheuer: „Warum von ihm?“ S. sagt, das könne sie nicht sagen. B. habe Kronbügel als Typen total toll gefunden: „Denke schon äußerlich, vom Kopf her kann es nicht sein“. 

Auf Nachfrage sagt S., sie habe keine Waffen bei Kronbügel gesehen. Der Verteidiger fragt, was S. damit meine, die Einstellung von B. sei eine „gesunde Einstellung“. S. sagt, das bedeute, dass

B. für ihre Familie einstehe, eine „gesunde Einstellung zu ihrem Volk habe, dass sie einen deutschen Mann möchte und keinen türkischen oder afrikanischen“. RA Mosenheuer: „Was ist das Weltbild von B.?“ S.: „Das kann ich nicht erklären, ich habe auch einen deutschen Mann.“ RA Mosenheuer fragt nach der Einstellung der Zeugin. S.: „Ich habe ganz viele ausländische Freunde.“ RA Mosenheuer fragt, ob B. in der rechten Szene sei. S. sagt, das könne sie so nicht sagen. S. bejaht aber die Frage, ob B. auf Rechtsrockkonzerten gewesen sei. Da sei Kronbügel auch gewesen, da habe sie, S., ihn tanzen gesehen, da habe sie gedacht ‚Holla die Waltfee‘. Verteidiger: „Rechtsrock ist gewaltverherrlichend.“ S.: „Da sind aber keine Kinder vor Ort. Und es sind auch nicht alle rechts. Die Bösen Onkelz sind nicht rechts.“ RA Mosenheuer fragt nun nach dem Ehemann der Zeugin, Carsten S., dieser sei ja Mitglied einer Band, die vom VS beobachtet würde. S. sagt, die CD sei freigegeben worden, weil die Texte nicht so gewaltverherrlichend gewesen seien. RA Mosenheuer fragt nach der politische Einstellung ihres Mannes. S.: „Weder ist weder politisch aktiv noch auf Demos, das mache ich auch nicht.“ 

RA Mosenheuer fragt, wie die Zeugin B. kennengelernt habe. Diese gibt an, sie habe B. vor 13 Jahren über ihren Ehemann und ihren Bruder kennengelernt. Der Verteidiger fragt, ob B. die Ex-Frau ihres Mannes sei. S. bestätigt das. Ihr Mann und B. seien, auch wegen der gemeinsamen Kinder, befreundet. Der Verteidiger fragt, ob es Streit zwischen dem Ehemann der Zeugin S. und B. wegen Kronbügel gegeben habe. S. sagt, er habe es nicht richtig gefunden wegen der Zitate. RA Mosenheuer fragt nun, wie S. den Satz ‚Bombe platzen lassen‘ verstanden habe. S.: „Im Grunde nicht so, wie es passiert ist, eher das er was tun wird, damit er die Kinder bekommt, die wollte er haben.“ RA Mosenheuer: „Ich schlage mal etwas vor: Vielleicht, dass er was über B. erzählt, damit sie die Kinder nicht haben kann.“ S.: „Ja, so in etwa.“ Der Verteidiger fragt, ob B. Angst gehabt habe, dass Kronbügel etwas tue, damit sie die Kinder nicht mehr hat. S.: „Sie hat Angst vor ihm, aber davor nicht.“ Der Verteidiger fragt, ob S. mit B. über das Verfahren gesprochen habe. S. bejaht das, aber nicht viel, da sie ja selbst Zeugin sei. RA Mosenheuer fragt, ob B. nochmal gesagt habe, was damals gewesen sei. S. verneint. Zum Abschluss fragt der Verteidiger, ob S. das ‚Bombe platzen‘ anders verstanden hätte, wenn B. gesagt hätte, Kronbügel wolle ‚Polenböller zusammenbappen‘. Die Zeugin bejaht.

Es folgt die Zeugin N.I., Sozialpädagogin beim Jugendamt. Die Richterin nennt das Beweisthema und fragt, ob I. ihre Aussagegenehmigung eingeholt habe. Das bejaht diese. Die Richterin sagt, dann solle sie berichten, was sie von B. über Kronbügel erfahren habe. I. sagt, sie kenne Kronbügel nicht persönlich, einmal habe sie mit ihm telefoniert, da sei es um Verhaltensregeln gegangen. Das sei 2014 gewesen, abgesehen davon habe es keinen persönlichen Kontakt gegeben. B. und Kronbügel hätten seit Jahren Konflikte gehabt. Es sei regelmäßig eskaliert. B. sage, sie sei eingeschränkt und verängstigt, wenn Kronbügel unangemeldet vor der Tür stünde, der Sohn sei auch bei Streitigkeiten dabei gewesen. Auf Nachfrage sagt I., zuletzt habe sie im Januar 2018 mit B. telefoniert, da diese in einer Einrichtung gewesen sei, sie habe Panikattacken gehabt, weil Kronbügel ihr gedroht habe, die Kinder wegzunehmen. B. habe Angst gehabt, Kronbügel könne sich auf die Lauer legen und ihr etwas antun. Auf Nachfragen sagt, I., Alkohol sei Thema in der Vergangenheit gewesen. Ob Kronbügel B. geschlagen habe, wisse sie nicht, er habe ihr immer wieder gedroht, die Kinder wegzunehmen. B. habe Sorgen gehabt, dass Kronbügel aufgrund von massiven Auftretens oder Alkohol den Kindern schaden könne. Sie wisse nichts darüber, dass B. sich über politische Ansichten Kronbügels beschwert habe. Sie wisse nichts über die politische Einstellung, B.s. Die Richterin fragt, ob ihr mal etwas aufgefallen sei. I. sagt, ihr Vorgänger habe es mit B. besprechen wollen, B. habe sich darauf berufen, dass sie ein großes Interesse an Wikingern habe. Für sie selbst sei das nicht nochmal Thema gewesen.

Die Richterin fragt nun, ob B. etwas. über die Bedrohung – ‚Bombe platzen lassen‘ – erzählt habe.

I.: „Beim letzten Telefonat hat sie was erwähnt, er hätte was angedroht und auch durchgeführt.“ Wende-Spors fragt, ob B. gesagt habe, was Kronbügel durchgeführt habe. I. sagt, ihres Erachtens sei es um ein Bahnwärterhäuschen gegangen. Sie verneint, dass B. etwas zum Motiv gesagt habe. Die Richterin fragt, ob B. im Sommer 2017 von der Drohung ‚Bombe platzen lassen‘, und von ‚Polenböllern‘ berichtet habe. I. verneint, da sei sie sich sicher, sonst hätte sie sie an Polizei verwiesen. Die Richterin fragt noch einmal nach dem Ablauf des Telefonats im Januar 2018. I sagt, B. habe Angstzustände gehabt, weil Kronbügel gedroht habe. Er habe es ja auch angedroht, ein Bahnwärterhäuschen in die Luft zu jagen und das habe er ja auch gemacht. Daher habe sie Angstzustände. Auf Nachfrage sagt die Zeugin, sie habe von dem Anschlag auch in den Medien mitbekommen. B. habe ihr nicht gesagt, wann Kronbügel dies angedroht habe. 

Der Verteidiger fragt, warum sich das das Jugendamt überhaupt um die Familie kümmere. I. sagt, das sei eine gewünschte Hilfe zur Erziehung. B. habe sich immer darum gekümmert, dass die Kinder nicht allein seien. RA Mosenheuer fragt, ob Kronbügel Kontakt zu seinen Kindern wolle. I. bejaht das. B. wolle das nicht, weil sie die Kinder beschützen wolle. Die Zeugin wird entlassen.

RA Mosenheuer kündigt an, sein Mandant wolle selbst Angaben machen. Die Richterin legt dafür den 24.8. fest.

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