10. Verhandlungstag – „völkisch“, „heimatverbunden“, „artbewusst“

10. Verhandlungstag 24.08.18

Am 10. Verhandlungstag geht es um die Einvernahme des Angeklagten Stephan Kronbügel zu dessen privatem und beruflichem Werdegang, seinem Alkoholkonsum und seiner politischen Einstellung. Außerdem wird erneut die ehemalige Partnerin Kronbügels, K. v. S. sowie C. G, ein Freund Kronbügels befragt.

Der Prozess beginnt um 9.50 mit 35 Minuten Verspätung. Die Staatsanwältin ist heute verhindert und wird durch eine Kollegin vertreten.

Zunächst informiert Richterin Wende-Spors über die geplante Sprengung durch den Sachverständigen Dr. W. Dieser könne in den nächsten zwei Monaten keine Sprengung durchführen, es müsse eine Woche durchregnen. Außerdem sei es schwierig, den verwendeten Sprengstoff zu bekommen. Er fragt beim Bundesamt für Materialforschung und Prüfung (BAM) nach und meldet sich, wenn eine Antwort vorliegt. Das BKA habe bisher keine Untersuchungen mit dem verwendeten pyrotechnischen Gegenstand durchgeführt. Das Gericht überlegt, ob ein*e Rechtsmedizinier*in hinzugezogen werden soll, um die Druckgefährlichkeit festzustellen. Denkbar wäre Prof. Dr. Rothschild aus Köln. Hierüber wird am nächsten Prozesstag entschieden, wenn die zuständige Staatsanwältin wieder anwesend ist.

Im Anschluss folgt die Einvernahme Kronbügels: Zunächst geht es um Elternhaus, Schule und Ausbildung Kronbügels. Er habe einen Bruder, berichtet Kronbügel, sie seien gemeinsam bei den Eltern aufgewachsen. Seine Mutter sei Hausfrau gewesen, sein Vater Industriekaufmann. Er habe keinen Kontakt mehr, der Vater sei tot. Kronbügel erzählt, habe eine gute Kindheit gehabt, es habe keine Probleme mit Alkohol oder Drogen gegeben. Geboren sei er in Hamburg, später hätten sie drei Jahre in Norwegen gelebt aufgrund des Jobs des Vaters. Ca. 1972 seien sie dann zurück nach Hamburg gekommen, dort sei er eingeschult worden. Nach der Grundschule habe er die Hauptschule besucht und abgeschlossen. Er sei zwar sitzengeblieben, aber gern zur Schule gegangen und habe dort keine nennenswerten Streitereien gehabt. Nach der Schule habe er eine Ausbildung zum Dachdecker angefangen, die aber wegen Höhenangst nach einem Jahr 1984 abgebrochen. Die Wende-Spors hakt nach, da in einem älteren Protokoll festgehalten sei, er habe sich nicht mit den Kollegen verstanden und viele Überstunden machen müssen und deshalb abgebrochen. K. verneint dies zunächst, auf insistieren der Richterin, der damals zuständige Richter habe sich das ja nicht ausgedacht, murmelt er etwas von schlechtem Klima. Nach dem Abbruch habe er Berufssoldat werden wollen. Dies habe nicht geklappt, weil die „zu viele hatten“, deshalb habe er es bei der Fremdenlegion in Frankreich/Strasbourg versucht. Er sei dann zur dreimonatigen Ausbildung nach Castell gegangen. [An dieser Stelle blüht K. auf, redet plötzlich frei, erklärt und verwendet Fachbegriffe]. Er erklärt, die Besten würden Fallschirmjäger werden, er sei zur Infanterie zur Kampfausbildung gekommen. Er sei an der Waffe ausgebildet worden, aber nicht im Einsatz gewesen, weil es keinen gegeben habe. Die Verpflichtungszeit bei der Fremdenlegion betrage fünf Jahre, er sei aber nur ein Jahr dagewesen. Auf Nachfrage der Richterin, ob er desertiert sei, antwortete er, sobald man die Grenze wieder übertreten habe, sei die Dienstpflicht aufgehoben. Er sei dann von der Bundeswehr einberufen worden, die Zeit dort sei gut gewesen. Er sei aber etwas vor Ablauf der 15 Monate Wehrdienst ausgeschieden, weil er „Ärger gemacht“ habe. Wende-Spors bemerkt, es seien nach einem Urteil insgesamt nur sechs Monate gewesen, K. bleibt dabei, es müsse länger gewesen sein. Als Grund für die Entlassung sind in dem Urteil Schlägereien angegeben. Dies könne man so sagen, gibt Kronbügel zu, erinnern könne er sich aber nicht. Im Anschluss habe er auf Baustellen gearbeitet und 1987 eine Lehre als Maurer begonnen, nach ein paar Monaten aber abgebrochen, weil ihm „das nicht so lag“. Wende-Spors zitiert aus einem Urteil: ihm sei gekündigt worden, weil er wiederholt nicht erschienen sei, er bejaht. Das erste Mal im Gefängnis sei er von 1988 bis August 1991 gewesen, erzählt Kronbügel. Dort habe er ebenfalls als Maurer gearbeitet, aber erst während einer späteren und längeren Haft die Ausbildung gemacht. Nach seiner Entlassung sei er häufig arbeitslos gewesen, habe aber zwischenzeitlich immer mal wieder auf dem Bau gearbeitet, vermittelt durch Bekannte. Im Mai 1992 sei er dann für zunächst 8 ½ Jahren ins Gefängnis gekommen [für den Totschlag an Gustav Schneeclaus]. Innerhalb dieser Haft beging er eine weitere Tat [sexuelle Nötigung und gefährliche Körperverletzung, s. Prozesstag 11]. Entlassen wurde er am 13.12.2004. In der Haft habe er seinen Realschulabschluss nachgeholt. Ab seiner Entlassung 2004 bis zur seiner aktuellen Verhaftung sei er meistens arbeitslos gewesen und habe nur gelegentlich auf dem Bau gearbeitet. Auf die Nachfrage der Richterin, ob er sich um Arbeit bemüht habe, antwortete Kronbügel, er habe sich „keine großen Chancen ausgerechnet“ und es komme auf den Stundenlohn an. Nach 2004 sei er noch einmal ein Jahr bis Februar 2008 in Haft gewesen. Danach noch einmal 14 Monate bis 27.3.2012, weil er sich dazu entschieden habe, Bewährungsauflagen – ambulante Therapie, Ratenzahlung, Arbeitsauflagen – nicht mehr zu erfüllen, sondern die Zeit stattdessen abzusitzen. Wende-Spors fragt nach dem Grund, da er doch Zeit habe. Kronbügel erklärt, er habe ja Hobbys, Kampfsport, und habe lieber nach der Haft „frei sein“ wollen. Eine weitere Ersatzfreiheitsstrafe habe er 2015 abgesessen.

Die Richterin fragt nach Schulden. Die habe er „eher nicht“, er habe von Hartz 4 gelebt, so Kronbügel. Er habe eine eigene Wohnung bzw. ein eigenes Zimmer in Trittau gehabt, diese aber gekündigt, als er in Haft kam. Nach 2012 habe er bei Bekannten gewohnt. Wende-Spors verliest Auszüge aus einem Gutachten, in dem es heißt, Kronbügel arbeitet nicht, habe keine Beschäftigung, auch kein Interesse daran, was dieser bestätigt. Zu seinen familiären Verhältnissen befragt sagt Kronbügel, er sei nicht verheiratet, habe drei Kinder, jedoch keinen Kontakt zu seiner älteren Tochter. Diese habe er nur gesehen, als sie noch klein gewesen sei. Die anderen beiden Kinder habe er gemeinsam mit Sissy B.. Die Beziehung habe ca. sechs Jahre mit Unterbrechungen angehalten. Endgültig vorbei sei sie mit der einstweiligen Verfügung gegen ihn ca. 2016 gewesen.

Anschließend befragt Wende-Spors Kronbügel nach seinem Drogen- und Alkoholkonsum. Drogen habe er eher probiert, selten Cannabis, gelegentlich Koks, gibt dieser an. Früher habe er auch härteren Alkohol getrunken, heute nur noch Bier. Mit 17 Jahren habe er begonnen, regelmäßig zu trinken, das sei früher normal auf dem Bau gewesen, da sei immer ein Kasten da gewesen. Heute sei das anders. Damals habe er „querbeet“ getrunken, beim Bund allerdings nur nach Dienstende. Nach dieser Zeit habe er dann auch morgens getrunken, früher nur am Wochenende, später auch unter der Woche. Er habe aber auch immer wieder Abstinenzphasen gehabt. Seit sechs Jahren trinke er jeden Tag. Kronbügel verneint die Frage der Richterin, ob er aufgrund von Problemen trinke; bejaht, dass es ihm einfach gefiele und schmecke. Er trinke unterwegs. Seit mind. drei Jahren vor seiner Verhaftung habe seine Tagesdosis bei 15 ½ l Bier gelegen. Als Wende-Spors vorrechnet, dass das über sieben Liter sind, lacht Kronbügel und scherzt, er müsse halt oft auf Toilette. Es habe aber auch in dieser Phase Abstinenzphasen gegeben, mal einen Monat, mal zwei, drei Wochen, wegen der Kinder und um besser trainieren zu können. Wende-Spors verliest aus dem Gutachten, Kronbügel sei 2017 drei bis vier Monate abstinent gewesen und immer mal wieder zwei, drei Tage, was dieser bejaht. Er habe eine Verletzung an der Schulter gehabt und deshalb operiert werden müssen [auch hier lebt K. sichtlich auf, redet frei]. Dabei sei 2016 festgestellt worden, dass seine Lebewerte im Keller gewesen seien. Er habe dann erst einmal gar nichts mehr getrunken. Wieder angefangen habe er, weil überall getrunken würde, wo er hinkäme. Wende-Spors will wissen, ob er einen Entzug nach der Verhaftung hatte, Kronbügel bejaht. Man fühle sich dann dreckig, als ob man umkippt und er habe ein leichtes Zittern gehabt, das sei nach ein paar Tagen weggewesen. Er sei dann knapp drei Wochen in eine Einrichtung gekommen, da habe der Diazepam gekriegt. Nach zwei Wochen sei es wieder gut gewesen. Er nehme auch jetzt noch Medikamente um ruhig zu bleiben und zum Schlafen. Beschwerden während der vorherigen drei- bis viermonatigen Abstinenz habe er nicht gehabt und hält es für möglich, dass sie ihm „dort etwas gegeben haben“. Er sei bereits zwei Mal zur Entgiftung gewesen, einmal motoviert durch einen Kollegen und einmal in Bockholt. Wende-Spors verweist auf das ein Gutachten, in dem stünde, K. habe in Harburg entgiftet. Kronbügel verneint dies. Eine ambulante Gesprächstherapie habe er nur begonnen, um die Bewährungsauflagen zu erfüllen. Dort sei er aber, so die Richterin, nur ein, zwei Mal gewesen. Sie fragt, ob eine stationäre Therapie nicht nötig wäre, Kronbügel antwortet, er wäre höchstens zu einer ambulanten Therapie bereit.

Dann befragt Wende-Spors Kronbügel zu seinem Kampfsporttraining. Er trainiere mit Gewichten und mache Boxtraining, aber keine Kämpfe, und Konditionstraining. Er trainiere privat und nicht im Verein, das sei günstiger. Er habe sich die Geräte gekauft und nehme die immer mit an die Orte, an denen er wohne. Auf die Frage nach weiteren Aktivitäten antwortet Kronbügel, er mache richtig intensiv Sport und esse dazu.

Im Anschluss befragt Wende-Spors Kronbügel zu seiner politischen Einstellung. Aus diversen Urteilen gehe hervor, dass Kronbügel sich jahrelang in der [rechten] Skinheadszene bewegt habe. Kronbügel erwidert, dies sei viele Jahre her, eigentlich sei das auch mehr Fußball gewesen, Hooligans. Er sei zu jedem Heimspiel und auch viel auswärts gewesen, aber nicht wirklich politisch und gar nicht parteipolitisch. Mehr „heimatverbunden“, „völkisch“ und „artbewusst“. Auf die Bitte der Richterin, dies zu präzisieren, erklärt er, dies heiße z. B., dass die Frau, mit der er Kinder habe, deutsch oder osteuropäisch sein solle. Er wehre aber „die Leute“ nicht ab, dass sei „eher aus dem Inneren heraus“. Wende-Spors fasst zusammen, er meine also, man solle die Nordeuropäer erhalten. Kronbügel wiegelt ab: „Nicht so.“. Auf die Frage, was er Mitte der 1980er in der Skinheadszene gemacht habe, antwortet Kronbügel, ihm hätten Haarschnitt und Outfit gefallen, die Stiefel. Er hätte Leute und Gruppen kennengelernt. Wende-Spors verweist auf das rechte Gedankengut in der Szene. Kronbügel erwidert, der eine habe das mehr, der andere weniger, ihn habe das nicht so interessiert. Daraufhin kommt Wende-Spors auf den Totschlag an Gustav Schneeclaus zu sprechen. Kronbügel behauptet, sein Mittäter habe damals die politische Begründung angegeben, für ihn gelte das nicht. Sein Mittäter sei in Streit mit Gustav Schneeclaus geraten und er habe ihm bloß geholfen, er habe nur mitgemacht. Auf die Frage nach dem Grund, gibt er an, Gustav Schleeclaus sei ihm auf die Nerven gegangen. Auf weiteres Nachfragen gibt er zu, auch deshalb, weil er was über Hitler gesagt habe. Wende-Spors will daraufhin wissen, wie er zu Hitler stehe. Hitler, so Kronbügel, sei „schon historisch interessant“ und „beachtenswert“. Wende-Spors. hält ihm vor, Sissy B. habe gesagt, er fände Hitler gut. Das sei zu allgemein, erwidert Kronbügel, Hitler habe „auch schlechte Seiten, wie jeder Mensch“. Auf die Gewalt im Nationalsozialismus angesprochen erklärt Kronbügel, diese habe er ausgeblendet. Angesprochen darauf, dass er den Hitlergruß gezeigt und „Sieg Heil“ gerufen habe sagt er, er könne sich nicht erinnern, habe nur „die Ehrenamtlichen“ [in der Einrichtung] ärgern wollen. Das sei nichts Politisches gewesen. Wende-Spors verliest daraufhin Auszüge aus der Aussage eines Zeugen des Vorfalls, eines Mitarbeiters aus dem „Club“: Kronbügel habe den Hitlergruß gezeigt, auf Ansprache, dies zu unterlassen, „Sieg Heil“ gebrüllt, auf weitere Ansprache gesagt, er wolle den Zeugen anpissen. Dieser habe daraufhin die Raum verlassen und die Polizei gerufen. Kronbügel behauptet, er kenne den Zeugen nicht. Wende-Spors fragt nach seiner Einstellung zu Ausländern. Kronbügel antwortet, die sei „neutral“, in seinem Bekanntenkreis seien Ausländer, damit habe er kein Problem. Auf Nachfrage der Richterin sagt er, er habe auch kein Problem mit Flüchtlingen. Die Ausländer in seinem Bekanntenkreis kämen aus Osteuropa, Russland, das seien ganz normale Leute, Namen müsse er nicht nennen, da seien immer wieder Leute dazu gekommen. Wenn die sich benehmen könnten, habe er kein Problem mit denen. Wende-Spors konfrontiert Kronbügel mit der Aussage von Sissy B., er wolle, dass die Kinder den Dienst an der Waffe lernten. Das seien ihre Worte gewesen, sagt Kronbügel. Er meine den Sportschützenverein, da ginge es nicht nur um Waffen, auch um „was zum anziehen“, das sei ganz normal [murmelt was von Star Wars]. Hitler habe er vor Sissy B. aus „Parodiegründen“ zitiert, irgendwelche Reden aus dem Fernsehen. Auf „Mein Kampf“ angesprochen, sagt Kronbügel, das hätte er nie gelesen. Wende-Spors will wissen, wie lange er in der Skinheadszene gewesen sei. Ca. 10 Jahre, so Kronbügel. Also auch in der Haftzeit noch, stellt Wende-Spors fest. Heute habe er aber keinen Kontakt mehr, erklärt Kronbügel, er sei auch in keiner Partei. Wende-Spors fragt, warum er seinem Sohn diesen altdeutschen Namen gegeben habe. Kronbügel begründet, der Name habe ihm gefallen, der sei aus der Nibelungensage, das habe er so aufgeschnappt.

Der psychiatrische Sachverständige führt die Befragung fort. Ob Kronbügel Schlägereien in der Schule gehabt habe? Dieser gibt an, er erinnere sich nicht. Ob es Elterngespräche gegeben habe? Kronbügel verneint. Ob ihm die Realschule leichtgefallen sei? Den Realschulabschluss habe er unter erschwerten Bedingungen in der Haft über zwei Jahre nachgeholt, gibt Kronbügel an. Ob es Probleme in der Fremdenlegion gegeben habe und ob diese sanktioniert worden seien, fragt der Sachverständige. Da sei nichts sanktioniert worden, antwortet Kronbügel, das habe da zum guten Ton gehört. Die Ausbilder hätten sie ja selbst geschlagen und alle hätten getrunken. Der Sachverständige will wissen, ob die Probleme beim Bund immer unter Alkoholeinfluss entstanden seien, was K. bejaht. Daraufhin spricht der Sachverständige die Möglichkeit einer Therapie an, um die es hier ja auch gehen würde. Kronbügel habe ihm gegenüber ja schon geäußert, auf Zwang würde er das nicht machen. Das bestätigt dieser: Er würde das nicht machen, zöge die Haft vor. Er hätte sich mit seinen Taten auseinandergesetzt und seine Strafen abgesessen. Er sehe die Bedürftigkeit nicht. Er hätte sich aber vorgenommen, die Phasen der Abstinenz zu verlängern, mit dem Rauchen habe er das auch geschafft. Eine Therapie könne er sich höchstens ambulant, einmal die Woche als Gesprächstherapie vorstellen. Ob eine Therapie ihm nicht auch mit der Wohnung helfen würde, fragt der Sachverständige. Kronbügel erwidert, er sei so [ohne Wohnung] ganz frei. Er wolle ganz autonom sein, stellt der Sachverständige fest, Kronbügel bejaht. Während der Haft sei er nicht abstinent gewesen, er habe keinen eigenen Alkohol gebrannt, aber gekauft. In den 11, 12 Jahren Haft könne er das aber an einer Hand abzählen. Drogen habe er etwas öfter genommen. Der Sachverständige fragt, ob Kronbügel noch weitere Beziehungen außer der zu Sissy B. hatte. Die mit Sissy B. sei die wichtigste gewesen, erwidert Kronbügel, wegen der Kinder. Mit der Mutter seiner älteren Tochter sei er drei Jahre zusammen gewesen. Nach Streit in den Beziehungen gefragt, antwortet Kronbügel „nur mit Worten“. Ob er Sissy B. „doll geschlagen“ habe, will der Sachverständige wissen. Nur einmal, sagt Kronbügel. Der Sachverständige will wissen, wie er das geschafft habe, mit Männern sei das ja anders gewesen. Kronbügel erklärt, die könnten sich ja wehren und seien nicht so verletzbar.

Auf Nachfrage des Verteidigers Mosenheuer erzählt Kronbügel, dass er von Hartz IV gelebt habe und täglich nicht mehr als zehn Euro für Bier ausgegeben habe.

Als nächstes wird die Zeugin v. S., die ehemalige Partnerin von Kronbügel, erneut befragt. Diese hatte in der Geschäftsstelle und im Büro des Verteidigers gemeldet [siehe 9. Prozesstag]. Die Richterin weist sie sehr ausdrücklich darauf hin, vollständig und wahrheitsgemäß auszusagen. Die Zeugin v. S. schildert, dass sie sich gemeldet habe, weil Sissy B. ihr eine SMS geschickt habe, in der gestanden hätte, sie solle bei Gericht nicht sagen, dass sie über das Verfahren gesprochen hätten. Das habe sie wütend gemacht. Sie habe ihr bereits in einem Telefonat mit ihr geklärt, dass sie nicht lügen wolle. V. S. habe sich nach Erhalten der SMS erst einmal beruhigen und eine Nacht drüber schlafen wollen. Sissy B. habe sie geantwortet, dass diese sie nicht weiter kontaktieren solle und v. S. nicht für sie lügen möchte. Sissy B. habe mit „ok“ geantwortet und dann versucht, sie anzurufen. V. S. habe den Anruf aber weggedrückt. Sissy B. habe dann noch einmal geschrieben, sie würde das verstehen, es tue ihr leid. Das erwähnte Telefongespräch habe zwei Wochen vor der Vernehmung von v. S. stattgefunden. Sie hätten aber auch zwischendurch mal Kontakt gehabt, weil Sissy B. wissen wollte, wo Kronbügel sich aufhalte und S. selbst in der Nähe der Orte wohne, wo er sich aufhalte. Auf Nachfrage der Richterin schildert v. S. das letzte Gespräch mit Sissy B.: Sissy B. habe sie angerufen und über Kronbügel und Gewalt gesprochen. Es sei um das mit der Tür gegangen. Sissy B. habe ihre Adresse haben wollen, da sie vom Gericht aufgefordert worden sei, weitere Personen zu nennen. Falls v. S. ihr ihre Daten nicht nenne, könne sie diese auch über ihre Arbeit beim Finanzamt herausfinden. Sissy B. habe v. S. aufgefordert, bei Gericht „das mit der Tür“ zu sagen und ihr die Sache mit der Bombe erzählt. Zur Herstellung der Bombe habe sie nichts gesagt, nur, dass sie dies der Polizei gemeldet habe. Nach dem Gespräch habe die Zeugin v. S. „erstmal runter kommen“ müssen, sie sei gerade auf dem Weg zur Ostsee gewesen. V. S. habe Sissy B. dann zurückgerufen und gesagt, dass sie nicht wolle, dass ihre Daten weitergegeben würden. Das sei aber bereits zu spät gewesen. Sie habe das Gefühl, das sei etwas Persönliches. Zwei Wochen später habe v. S. dann eine SMS von Sissy B. erhalten in der gestanden habe: „Ladung bekommen?“. Daraufhin habe ein zweites Telefonat stattgefunden. Sissy B. habe gesagt, die Strafe würde laut der Richterin höher ausfallen, wenn Politik und Gewalt thematisiert würden. Sissy B. wolle, dass Kronbügel lange weggesperrt wird, vermutet v. S., habe aber keine Angst vor ihm. Auf die Nachfrage der Richterin, warum dies so sei, antwortete v. S., dazu habe Sissy B. nichts gesagt. Sissy B. habe einfach ein bisschen übertrieben, sie kenne Sissy B. ja von früher. Kronbügel habe Sissy B. nicht gestalkt. Er sei manchmal hingefahren, aber damit hätte Sissy B. auch kein Problem gehabt, das sei je nach Laune. Sie habe ihn nur aufgrund der einstweiligen Verfügung nicht zu Hause haben wollen, weil die Nachbarn ihn hätten sehen können. Deshalb hätten die Treffen am See oder am Bahnhof stattgefunden. Sissy B. stelle das anders da [als es wirklich gewesen sei]. Wende-Spors fragt nach: „Übertrieben?“ und ob Sissy B. ihr ihre Aussage geschildert habe. V. S. erklärt, sie meine die Aussage, Kronbügel gehe schlecht mit den Kindern um und Sissy B. habe Angst vor Kronbügel. Als dieser bei v. S. die Tür eingetreten habe, hätte Sissy B. S. angeboten, ihn „zu nehmen“. Sissy B. hätte keine Angst vor Kronbügel, betont v. S. erneut. Sissy B. habe ihr von ihrer Aussage erzählt. Wende-Spors hakt noch einmal nach, warum v. S. meint es sei übertrieben zu behaupten, dass Kronbügel mit den Kindern schlecht umgehe. V. S. erklärt, dies sei übertrieben, weil es doch die Treffen am See gegeben habe. Die Richterin fragt nach, ob sie auch im zweiten Telefonat über die Aussage gesprochen hätten. V. S. bejaht. Es sei um die Kinder und das mit den Waffen gegangen. Sissy B. habe alle Einzelheiten geschildert, wie das vor Gericht abgelaufen sei. V. S. selbst habe dann angefangen, dass zu hinterfragen. Wende-Spors will wissen, ob Sissy B. selbst gesagt habe, dass sie übertrieben habe. V. S. verneint und äußert, sie glaube nicht, dass Sissy B. das denke. Das letzte Gespräch, erzählt V. S. auf Nachfrage der Richterin, habe stattgefunden, als v. S. die Ladung bekommen habe. Wende-Spors fragt, ob Sissy B. begründet habe, warum sie nicht wolle, dass v. S. über ihr Gespräch spreche, was diese verneint. Wende-Spors fragt weiter, ob Sissy B. gesagt habe, v. S. solle lügen, worauf diese antwortet, sie sei ja schließlich von Richterin Wende-Spors danach gefragt worden.

Es wird entschieden, dass S. den SMS-Verlauf aus ihrem Handy vorlesen soll. [die Verhandlung wird für ein paar Minuten unterbrochen, während das Handy geholt wird].

V. S. verliest den SMS-Verkehr vom 10.08.18 zwischen ihr und Sissy B., indem es hauptsächlich darum geht, dass V. S. Sissys Bitte, nichts von dem Gespräch zu erzählen, nicht nachkommen will und diese das akzeptiert und sich endschuldigt, woraufhin sie von v. S. pathologisiert wird. V. S. wirft Sissy B. außerdem vor, nicht „jede Wahrheit“ vor Gericht gesagt zu haben, weil sie nicht erzählt habe, dass sie sich Sorgen um Kronbügel gemacht habe und deshalb bei S. angerufen habe, um zu erfragen, wo er sei:

Sissy B.: „Bitte denk dran, wir haben nie über das Verfahren gesprochen, nur über die Datenweitergabe.“

v. S.: „Liebe Sissy, ich finde es grundsätzlich gut, dass du dich beim Gericht gemeldet hast […] aber ich werde nicht für dich lügen.“

Sissy B.: „Ja, kann ich verstehen, sorry. Ich habe bei Gericht auch jede Wahrheit gesagt.“

v. S.: Nein, hast du nicht. Du hast nicht gesagt, dass du dir Sorgen gemacht hast. [… .] Du hast deine Aufmerksamkeit bekommen, zieh mich da nicht mit rein.“

Sissy B.: „Ich weiß nicht, was das damit zu tun hat […]“

v. S.: „[…] Lass dich mal behandeln […]“

Nach der Vernehmung von v. S. wird ein Screenshot von dem SMS-Verlauf angefertigt.

Die Staatsanwältin versichert sich nun, ob sie richtig verstanden habe, dass v. S. meint, dass Sissy B. Angaben zu der Beziehung zu Kronbügel gemacht hat, die S. nicht nachvollziehen könne. V. S. bejaht. Auf weiteres Nachfragen der Staatsanwältin sagt v. S., es sei nur um private Themen gegangen und nicht um die Bombe.

Verteidiger Mosenheuer spricht v. S. auf ihre Aussage an, Sissy B. habe erzählt, es sei vor Gericht sehr spannend gewesen. V. S. bestätigt dies. Sissy B. habe außerdem gesagt, sie sei gespannt, wie viele Jahre er bekomme. Sissy B. sei psychisch labil und brauche phasenweise viel Aufmerksamkeit. V. S. habe in der Zeitung gelesen, dass Kronbügel sich bei Sissy B.s Vernehmung habe umsetzen müssen, das habe sie sehr gewundert. Mosenheuer fragt, ob v. S. es so einschätze, dass Sissy B. nicht bewusst gelogen habe, sondern eine falsche Wahrnehmung habe. V. S. bestätigt dies. Sie kenne Sissy B. von früher, die habe ihr schon viel erzählt. Ihr komme das komisch vor. Mosenheuer biete an: „Sie stellen Widersprüche fest“, und fragt, ob v. S. weiteres zu der vermeintlichen psychischen Erkrankung sagen könne. V. S. erwidert, sie kenne sich nicht so gut aus. Durch Sissy B. wisse sie, dass die Erkrankten viel Aufmerksamkeit bräuchten. Sissy B. habe z. B. einen Freund gehabt, dass sei ihr aber dann wieder zu viel gewesen. Ihre Gefühle würden auf und ab gehen. Mosenheuer fragt, ob Sissy B. schon mal in stationärer Behandlung war. S. bestätigt, Sissy B. habe ihr davon erzählt. Sie sei in einer psychosomatischen Klinik gewesen. Dort hätte sie festgestellt, dass sie Probleme hat, weil Kronbügel immer wieder bei ihr aufkreuzt.

Nach einer Pause wird der Zeuge G. befragt. Dieser kennt Kronbügel seit zwei oder drei Jahren aus der Trinkerszene. Sie hätten sich angefreundet und öfter mal ein Bierchen getrunken. Mit Kronbügel habe man über alles reden können, so G.. Kronbügel sei „wie ein großer Bruder“ für ihn gewesen. Sie hätten sich öfter gesehen und über Gott und die Welt gesprochen. Zuletzt habe er Kronbügel letztes Jahr vor Weihnachten gesehen. Da sei er, G., nach Süddeutschland gefahren und habe Kronbügel gebeten, auf seine Wohnung aufzupassen. Die liege im Erdgeschoss und sei perfekt für Einbrecher. Kronbügel habe da auch wohnen können, er habe G. unterstützt. G. habe Kronbügel eine Menge zu verdanken und sei außerdem sozial eingestellt, Kronbügel habe das Gästezimmer nutzen können. Die Richterin fragt, ob die beiden zwischendurch Kontakt gehabt hätte. G .verneint, Kronbügel habe kein Handy gehabt. Das [der Anschlag] habe dann groß in de Zeitung gestanden. Er habe sich gleich gedacht, dass das nur ein dummer Jungenstreich gewesen sein könne, Kronbügel habe bestimmt niemanden verletzen wollen. Auf die Frage der Richterin, wie er Kronbügel erlebt habe, beschreibt G. diesen als freundlich und hilfsbereit, wie ein großer Bruder. Ob er auch mal wütend werden konnte, will die Wende-Spors wissen. G. erwidert, er habe das nie erlebt und auch nie gehört. Gefragt nach dem Trinkverhalten von Kronbügel gibt G. an, sie hätten gemeinsam getrunken, ob Kronbügel auch allein getrunken habe, wisse er nicht. Kronbügel habe vielleicht vier, fünf Bier am Tag getrunken, in der Regel nichts Härteres. Betrunken sei er lustiger gewesen. Sie hätten Witze gemacht, Fernsehen geguckt und die Sachen dort ins Lächerliche gezogen. Ob Kronbügel auch mal „böse Dinge“ gesagt habe oder jemanden beleidigt habe, als er betrunken war, fragt Wende-Spors, G. verneint. Die Richterin hält G. seine Aussage aus der Vernehmung vor: „Ich habe auch längere Gespräche mit ihm geführt […] Wenn er dann voll war, hat er halt schon mal Hitler imitiert und wurde laut.“ G. streitet dies zunächst ab. Auf Nachhaken der Richterin sagt er, wenn, dann habe Kronbügel das „scherzeshalber“ gemacht. Wende-Spors will wissen, ob G. den genannten Satz so bei der Vernehmung gesagt hat, G. bejaht schließlich. Ob Kronbügel Hitler imitiert habe, will die Richterin wissen, G. bejaht. Auf die Frage, wie oft das vorgekommen sei antwortet G., das sei mal vorgekommen. An den Wortlaut könne er sich nicht erinnern, auch an den Inhalt nicht. Wende-Spors fragt, ob Kronbügel mal den Hitlergruß gezeigt und/oder „Sieg Heil“ gerufen habe. G. verneint, er habe das definitiv nicht getan, gibt aber zu, dass Kronbügel mal richtig laut geworden sei – nicht ihm gegenüber, sondern eher allgemein. Ob er draußen rumgeschrien habe, will Wende-Spors wissen. G. gibt an, sie hätten sich bei ihm zu Hause getroffen, da werde nicht geschrien. Auf die Frage, wo Kronbügel denn laut geworden sei, erzählt G. von einem Vorfall in Harburg. Da sei Kronbügel ein Typ „schon durch Ausdruck auf den Sack“ gegangen. Kronbügel habe dann gesagt, der solle ihn in Ruhe lassen. Auf Nachfrage gibt er an, es habe keine tätlichen Auseinandersetzungen gegeben. Die Richterin fragt, ob G. von der Tat zum Nachteil von Gustav Schneeclaus wisse. Ja, gibt G. an, Kronbügel habe ihm davon erzählt. Auf Nachhaken der Richterin berichtet er, Kronbügel habe jemanden verprügelt, der dann gestorben sei. Weiter hätte er nicht nachgefragt. Ob er nicht neugierig gewesen sei, will Wende-Spors wissen. Er wühle nicht in alten Wunden rum, antwortet G. Wende-Spors fragt, wie das Thema dann zu Sprache kam. G. gibt an, damals viel getrunken zu haben. Von anderen Straftaten habe er nicht berichtet. Auf die Frage, ob er von Kronbügels Beziehungen wisse erzählt G., Kronbügel habe eine kurzfristige Liaison mit einer Russin gehabt, Namen wisse er nicht mehr, das gehe in nichts an. Ob Kronbügel Freunde habe, will die Richterin wissen. Kronbügel habe sich mit allen Menschen unterhalten und getroffen, antwortet G., aber er kenne die persönlich nicht, auch keine Namen. Auf Nachfrage der Richterin gibt er an, einen Knister Minister nicht zu kennen und zu La Bomba eigene Recherchen angestellt zu haben, das seien typische ,Polenböller‘. Die Richter fragt, ob er eine Telefonnummer dazu habe. La Bomba sei mit Nummer im Handy von Kronbügel eingetragen. G. erwidert, er habe kein Handy. Wende-Spors fragt, ob K. Waffen besessen habe, G. sagt, ihm wäre das nicht bekannt. Oder Böller?, will die Richterin wissen. Das wisse er nicht, so G. zunächst. Er selbst habe in seiner Wohnung D-Böller liegen, fügt er dann hinzu, Kronbügel habe keine besessen, das hätte er gewusst. Warum er eigene Recherchen unternommen habe, erkundigt sich Wende-Spors. Der Name sei ihm bekannt vorgekommen, so G., dann habe er das rausgefunden. Wende-Spors fragt, ob G. wisse, ob Kronbügel zu Personen Kontakt gehabt habe, die ,Polenböller‘ verkaufen. G. gibt an, da würden ständig welche rumhängen, Kronbügel hätte sich aber nicht mit denen abgegeben. Die Bombe habe K. nicht erwähnt, sagt G. auf Nachfrage. Die Richterin will wissen, ob G. Sissy B. gekannt habe. Er habe den Namen mal gehört, kenne sie aber nicht persönlich. Dann befragt die Wende-Spors G. zu Kronbügels politischer Einstellung. Die sei „normal“, so G.. Kronbügel sei ja früher in der rechten Szene gewesen, sagt die Richterin. Ja, erwidert G., Kronbügel sei „in der rechten Szene aktiv“ gewesen, er habe er mal erzählt, dass er sich in er rechten Szene bewegt habe, aber er, G., habe keine Vorurteile. Ob Kronbügel das in diesen Worten gesagt hätte, fragt die Richterin. G. verneint, zu den Gründen habe er auch nichts gesagt. Wie Kronbügels politische Einstellung jetzt sei, will Wende-Spors wissen. „Normal“, so G. wieder. Kronbügel habe auch Polen und Russen begrüßt. Er, G., könne sich nur schwer vorstellen, dass das eine politisch motivierte Straftat sei. Wende-Spors fragt, ob er und Kronbügel über Politik gesprochen hätten. G. bejaht, darüber, was so in der Presse steht. Über was, hakt die Richterin nach. „Flüchtlingsproblematik?“. Bestimmt auch mal darüber, inhaltlich wisse er das aber nicht mehr genau, so G.. Ob Kronbügel es gut gefunden habe, dass so viele Flüchtlinge kommen würden oder nicht, fragt Wende-Spors. Eine Meinung dazu nicht wirklich, so G.. Kronbügel habe das nicht gut gefunden, der Meinung sei er, G., auch. Wende-Spors will wissen, worüber sie sonst noch so gesprochen haben. Über Natur, Technik, Geschichte aus dem Fernsehen, antwortet G.. Ob sie auch über Politik gesprochen hätten, hakt sie nach. „Nicht wie Sie meinen“, sagt G., und auf weiteres Nachfragen: Sie hätten über die wirtschaftliche Krise, die Außenpolitik und die Wohnungsnot gesprochen, darüber, dass das nicht gerecht sei. Die Richterin fragt, ob G. mal mit Kronbügel auf Demos gewesen sei. G. verneint, er meide Großveranstaltungen, auch Kronbügel sei auf keinen Demos oder Konzerten gewesen. „Das wäre meine nächste Frage gewesen“, erwidert Wende-Spors und fragt nach der Musikrichtung. Böse Onkelz, antwortet G., das sei ja nicht verboten. Ob Kronbügel mal Hitler zitiert habe, will Wende-Spors wissen. Das wisse er nicht, so G.. Ob Kronbügel was über den Dienst an der Waffe gesagt habe, fragt Wende-Spors weiter. Nicht in seiner Gegenwart, antwortet G.. Ob Kronbügel was zum Erhalt der Art, ,rasse’mäßig gesagt habe, fragt die Wende-Spors. Da habe Kronbügel sicherlich mal drüber gesprochen, sagt G., das sei halt seine Ansicht. Die Richterin hakt nach: „Was ist seine Ansicht?“ Das könne er nicht sagen, so G., wegen Alkohol und Drogen habe er nur ein Kurzzeitgedächtnis. Wieder hakt Wende-Spors nach, fragt nach Kronbügels Meinung. „Was jeder denkt“, erwidert G.. „Was?“, fragtWende-Spors. „Das es zu viel ist, was in Deutschland abgeht“, dass ,wir‘ „untergebuttert werden“, dass Minderheiten mehr Rechte hätten als „wir Deutschen“. Von wem die Deutschen untergebuttert würden, erkundigt sich Wende-Spors. Von den Flüchtlingen, so G., er fände das auch nicht gut. Die Richterin fragt, ob Kronbügel mal erwähnt habe, dass man da was machen müsse oder solle., G. verneint. Dann erkundigt Wende-Spors nach der Adresse der Wohnung und danach, in welchem Stadtteil Kronbügel unterwegs sei. In Harburg, antwortet G.. Wende-Spors fragt, ob sie mal über die Bevölkerungsstruktur gesprochen hätten. G. antwortet, dass sei eine „normale Population“, ein „gesunder Mix“.

Die beisitzende Richterin fragt, ob Kronbügel etwas über die Fremdenlegion erzählt habe, G. verneint. Der Sachverständige aus der Klinik fragt nach Kronbügels Trinkverhalten. G. antwortet, er habe ja selber schon morgens getrunken, da habe Kronbügel manchmal mitgetrunken. Der psychiatrische Sachverständige erklärt er frage dies, weil Kronbügel selbst angegeben habe, bis zu 15 Bier getrunken zu haben. G. erwidert, er sei ja nicht ständig mit ihm zusammen gewesen, gemeinsam hätten sie zu mal fünf so Bier getrunken. Ob Kronbügel seine Trainingsutensilien bei G. untergestellt habe, fragt der Sachverständige. G. bejaht, Hanteln und Gewichtscheiben.

Es gibt keine weiteren Fragen mehr. G. scheint ein Handzeichen zu K. gemacht zu haben, denn die Richterin fragt, was das für ein Handzeichen gewesen sei. „Das er in meinem Herzen ist“, antwortet G.

Der Prozess wird am Montag um 16.00 fortgesetzt. Es wird mit der Verlesung aus bisherigen Urteilen begonnen und darüber entschieden, ob noch weitere Zeug*innen geladen werden.

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