Mittwoch 10.10.: Urteilsverkündung im Veddel Prozess

Seit dem 27. Juni 2018 läuft der Prozess gegen Stephan Kronbügel. Dieser ist angeklagt am 17. Dezember 2017 auf dem S-Bahnhof Veddel einen Sprengstoffanschlag verübt zu haben. Die Anklage lautet inzwischen auf versuchten Mord. Kronbügel ist kein Unbekannter, sondern bekannter Neonazi und Gewalttäter. 1992 schlug er zusammen mit dem Neonazi-Funktionär Stefan Silar den Kapitän Gustav Schneeclaus tot, nachdem dieser Hitler als den größten Verbrecher bezeichnet hatte. Die Zündung eines Sprengsatz mit Nägeln in einem migrantisch geprägten Stadtteil erinnerte direkt nach der Tat viele Menschen an die rassistischen Anschläge in der Keupstraße des NSU bzw. auf den S-Bahnhof Düsseldorf-Wehrhahn. So kamen bereits am 22. Dezember 2017 hunderte Menschen zu einer Demonstration auf der Veddel zusammen, um auf die rassistische Dimension des Anschlags hinzuweisen und ihn als rechten Terror zu benennen, da die Tat eben darauf zielte Verunsicherung und Angst zu schaffen. Trotz der Mordanklage und der eindeutigen Biografie Kronbügels bleibt bisher eine entsprechende Aufmerksamkeit von Linken, Medien und Gesellschaft in Hamburg aus. Stattdessen wird der (Selbst-) Darstellung Kronbügels, er sei ein Trinker und inzwischen nicht mehr politisch aktiv, gefolgt und die rassistische Dimension und die Wirkung dieses rechten Terrors ignoriert.

Am Mittwoch den 10.10. werden die Plädoyers und das Urteil gesprochen. Kommt zur Urteilsverkündung!

Mittwoch 10.10. – 9:15 Uhr – Landgericht (Sievekingplatz 3, 20355 Hamburg)

Eine vorläufige Einschätzung zum Urteil werden wir Anfang der Woche hier veröffentlichen.

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